Start Pressemitteilung Gute Zukunft statt nur gute Reise - Europäische Begegnungsprogramme stärken

Gute Zukunft statt nur gute Reise – Europäische Begegnungsprogramme stärken

In einer Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Mittelfristigen Finanzplanung in dieser Woche hat die konservative Europäische Volkspartei (in der auch die CDU/CSU vertreten ist) einen Vorschlag untergebracht, nach dem allen Unions-Bürger_innen zum 18. Geburtstag ein Interrail-Ticket geschenkt wird. Klingt sexy – oder?

Dazu die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel: „Jeder bekommt gerne etwas ge-schenkt. Doch nur ein Bruchteil unserer Jugendlichen könnte das Angebot wohl tat-sächlich nutzen. Denn mit dem Ticket allein ist eine Reise ja noch lange nicht finan-ziert.“

Weiter führt die südwestfälische Abgeordnete aus: „Wir haben mit den europäischen Bildungs- und Mobilitätsprogrammen ein attraktives und gut funktionierendes Ange-bot, das jungen Menschen, insbesondere Schüler_innen, Auszubildenden und Studie-renden die Chance eröffnet, die EU live zu erleben. Und das nicht im Urlaubsmodus sondern „ganz in echt“. Sie leben in Familien, lernen die Sprache, erleben den ganz normalen Alltag von Menschen in anderen Ländern.“

Birgit Sippel: „Die Rückmeldungen von jungen Menschen, Lehrern und Ausbildern belegen: Hier wird Europa erlebt, werden Vorurteile abgebaut und Gemeinsamkeiten erkannt. Leider sind all diese Angebote völlig unterfinanziert. Und jetzt will die Europä-ische Volkspartei plötzlich ein Vielfaches in ein neues Projekt stecken.“ Nach Ansicht der Abgeordneten aus Arnsberg der vollkommen falsche Schritt: „Die vielfältigen be-stehenden und bewährten Programme dürfen nicht zugunsten einer einzelnen medi-enwirksamen Idee ins Hintertreffen geraten.“

Ersten Schätzungen zufolge könnte das Ticket bis zu 1,5 Milliarden Euro jährlich kos-ten. „Geld, das derzeit nicht vorhanden ist“, erklärt Birgit Sippel. „Sollten die Mitglied-staaten tatsächlich bereit sein, jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro zusätzlich in den EU-Haushalt zu geben, wären diese beim Ausbau der bestehenden Bildungs-, Aus-tausch- und Mobilitätsprogrammen für junge Menschen deutlich besser aufgehoben.“

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