Start Justiz & Demokratie "Gemeinsame europäische Antwort auf Terrorismus finden"

„Gemeinsame europäische Antwort auf Terrorismus finden“

Wichtiger Baustein für eine wirksame Terrorismusbekämpfung: Was eine terroristische Straftat ist und was nicht, soll künftig EU-weit einheitlicher geregelt werden. Das Plenum des Europaparlaments in Straßburg hat am Donnerstag, 16. Februar, eine entsprechende Richtlinie angenommen. „Terrorismus kennt keine Grenzen, deswegen muss unsere Antwort auf terroristische Straftäter auch eine gemeinsame europäische sein“, sagt Birgit Sippel, innenpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten im EU-Parlament. „Mit der Richtlinie haben wir eine weitere Voraussetzung für die gemeinsame Terrorismusbekämpfung geschaffen. Es kann nicht sein, dass die grenzüberschreitende Strafverfolgung an unterschiedlichen Definitionen scheitert.“ Mit der Richtlinie wird der bisherige EU-Rechtsrahmen an neu in den Fokus gerückte Entwicklungen angepasst, insbesondere was so genannte ausländische Kämpfer angeht.

Der Kompromiss ist aufgrund des Widerstands von konservativer Seite nicht in allen Punkten hundertprozentig zufriedenstellend, etwa im Hinblick auf die Kriminalisierung von Reisen in terroristischer Absicht, so Birgit Sippel: „Das Buchen eines Flugtickets oder das Besteigen eines Flugzeuges sind erst einmal keine kriminellen Handlungen – die Richtlinie macht sie aber in bestimmten Fällen dazu. Dabei ist unklar, wie man die Absichten einer Person gerichtsfest und unter Achtung der Unschuldsvermutung beweisen soll. Es liegt nun an den Mitgliedstaaten, diese Regelung so auszulegen, dass Verurteilungen weiterhin auf objektiven Tatsachen beruhen.“

Positiv bewerten die Sozialdemokraten hingegen, dass Terrorismus-Opfer künftig einen schnelleren und besseren Zugang zu Unterstützungsangeboten erhalten sollen. „Wir müssen Opfern von Terroranschlägen rasch und unkompliziert helfen. Wer in der EU Opfer einer Gewalttat wird, muss sich überall auf die Unterstützung der Behörden verlassen können“, so Birgit Sippel. Zudem soll der Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten bezüglich strafrechtlicher Verfahren mit terroristischem Hintergrund verbessert werden: „Wir Sozialdemokraten fordern nicht erst seit den Anschlägen von Paris, Brüssel und Berlin eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Polizei- und Justiz-Behörden in Europa.“

Die Mitgliedstaaten haben nach Annahme der Richtlinie zwei Jahre Zeit, sie in nationales Recht umzusetzen.

Für weitere Informationen: Büro Birgit Sippel +32 2 28 47 559 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressereferentin)

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