Start Migration & Grenzmanagement „Kommunale Unterbringung von Asylbewerbern in der Praxis“

„Kommunale Unterbringung von Asylbewerbern in der Praxis“

„Auf allen politischen Ebenen wird derzeit über die Asyl- und Flüchtlingspolitik diskutiert. Dabei geht es um sichere Wege für Flüchtlinge nach Europa genauso wie um eine bessere Verteilung zwischen den Mitgliedstaaten und ganz konkret auch um die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge vor Ort. Über die kommunale Unterbringung habe ich mich jetzt in Soest informiert“, weist Birgit Sippel, SPD-Europaabgeordnete aus Südwestfalen, auf ihren Besuch im Asylbewerberwohnheim in der Kreisstadt hin. Birgit Sippel ist als Sprecherin ihrer Fraktion im Innenausschuss des Europaparlaments insbesondere auch mit der Flüchtlings- und Asylpolitik befasst. Beim Besuch der Unterkunft in Soest kam sie u. a. mit dem zuständigen Sozialamtsleiter Meinhard Esser und dem Hausmeister der Unterkunft, Björn Bisplinghoffs, ins Gespräch.

Esser wies darauf hin, dass die Unterkunft derzeit fast voll belegt sei mit 140 Per-sonen aus 29 unterschiedlichen Herkunftsländern. Fast ein Drittel der Bewohne-rinnen und Bewohner seien Kinder. Im Wohnhaus und den unmittelbar daneben gelegenen Wohncontainern sind Familien genauso wie Einzelpersonen unterge-bracht. Weil auch Soest in den kommenden Monaten mit einer steigenden Zahl an Asylbewerbern rechne, denke man derzeit über weitere Unterbringungsmöglichkeiten nach.

Neben Hausmeister Bisplinghoffs, einem städtischen Sozialarbeiter und weiteren hauptamtlich Tätigen kümmern sich insbesondere auch Ehrenamtliche um die Unterstützung der Asylbewerber, z. B. bei Kommunikations- und Übersetzungsproblemen. Hierbei bieten auch Mitglieder des Soester Integrationsrates ihre Hilfe an. Deutsch-Sprachkurse werden z. B. durch den Jugendmigrationsdienst der AWO organisiert. Birgit Sippel begrüßt das ehrenamtliche Engagement und macht weiter deutlich: „Wir müssen den Asylbewerbern eine Chance auf Integration geben, z. B. durch gezielte Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und Zugang zum Arbeitsmarkt. Hier setzt gerade endlich ein Umdenken in der nationalen Politik ein.“

Birgit Sippel und Meinhard Esser waren sich zudem einig, dass eine finanzielle Entlastung der Kommunen für die Unterbringung und Versorgung der Asylbewerber vor Ort herbeigeführt werden müsse. „Die Kosten werden in Zukunft noch zunehmen. Hier brauchen wir baldmöglichst mehr Unterstützung insbesondere des Bundes. Reine Absichtserklärungen reichen nicht aus. Dem Gipfel im Kanzleramt in der vergangenen Woche müssen jetzt zügig Taten folgen“, so Birgit Sippel abschließend.

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