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Herausforderung Aufnahme von Flüchtlingen meistern

Besuch Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Wickede-Wimbern

Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge stellt eine besondere Herausforderung für Land und Kommunen dar. Die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel aus Südwestfalen, innenpolitische Sprecherin der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament, stattete jetzt zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen aus Brüssel und Soest der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes in Wickede-Wimbern einen Besuch ab, um sich vor Ort über die aktuelle Situation zu informieren. Dabei kamen sie mit Vertretern der Bezirksregierung Arnsberg sowie des für Einrichtung zuständigen Wohlfahrtsverbands Malteser ins Gespräch.

Die Besucherinnen ließen sich die Einrichtung einschließlich Kantine/Essensausgabe, Gesundheitsstation, Kleiderkammer, Kinderstube, Bücherecke, Sporträume und Aufenthaltsraum für Frauen zeigen. Am offiziellen Empfang der Einrichtung für die Flüchtlinge sprachen sie mit den dortigen Mitarbeitern über die Herausforderung, auch kurzfristig und ohne vorherige Information eine größere Gruppe von Flüchtlingen in Empfang zu nehmen und ihnen entsprechende Räumlichkeiten zuzuweisen. Manchmal stehe ein voll besetzter Bus ganz plötzlich vor der Tür. „In solchen Fällen ist es wichtig, flexibel reagieren zu können. Da hilft es auch, dass das Personal am Empfang die Landessprache mindestens einiger Flüchtlinge mächtig ist“, begrüßte Birgit Sippel den Einsatz von hauptamtlichen Personal mit Migrationshintergrund.

Die Einrichtung in Wickede-Wimbern befindet sich derzeit im Ausbau. Es sollen u. a. weitere Freizeitangebote geschaffen werden. Die Einrichtungsleitung hob das gute Miteinander mit den Nachbarn hervor. Die Hilfsbereitschaft sei groß, wie man auch bei dem Besuch von Birgit Sippel und ihrer Mitarbeiterinnen am Kommen und Gehen von Bürgern mit Kleiderspenden beobachten konnte. Allerdings wünsche sich die Verwaltung, dass Probleme mit Flüchtlingen ihr gegenüber offen angesprochen würden und man nicht erst durch Dritte davon erfahre. „Unterbringung und Betreuung bestmöglich organisieren, Schwierigkeiten offen angehen statt Vorurteilen Raum bieten. Das muss Ziel einer guten Aufnahme von Flüchtlingen sein“, so Birgit Sippel.

Birgit Sippel lobte die Willkommenskultur in den Städten und Gemeinden: „Die Akzeptanz der Asylbewerber ist wichtig. Durch Sprachkurse und kulturelle Schulungsangebote, wie sie die Einrichtung in Wickede-Wimbern zukünftig verstärkt mit Hauptamtlichen anbieten möch-te, aber auch durch eine dezentrale Unterbringung in den Kommunen soll eine bessere Integration der Asylbewerber ermöglicht werden. Für Unterbringung und Ausbau der Betreuung der Flüchtlinge sind weitere finanzielle Anstrengungen des Bundes nötig, insbesondere auch die Übernahme der Gesundheitskosten“, wies Sippel auf die Herausforderung der Behandlung psychischer Traumata vieler Flüchtlinge hin. Zudem sei es wichtig, in Zukunft bei einem Rückgang der Flüchtlingszahlen nicht alle Einrichtungen wieder zu schließen. Hier seien kreative Übergangslösungen gefragt, um Einrichtungen bei Bedarf zügig wieder hochfahren zu können.

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