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Internationaler Frauentag – Diskussion in Meschede über Fortschritte und weiter bestehende Benachteiligungen für Frauen im Beruf

Rechtlich sind Frauen und Männer schon lange gleichgestellt – in Deutschland und in ganz Europa. Doch die Realität in puncto Gleichberechtigung sieht gerade im Berufsleben anders aus: Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer, sie arbeiten öfter in Teilzeit oder in Minijobs und sind schlecht vertreten in Führungsgremien.

Europaabgeordnete Birgit Sippel machte zu Beginn ihrer Veranstaltung deutlich: „Frauen haben schon immer gearbeitet, ob in Familie oder im Beruf. Und: Vernachlässigte Kinder finden sich sowohl in Haushalten mit zwei als auch mit nur einem berufstätigen Elternteil.“ Dennoch gebe es nach wie vor allzu häufig ein rückständiges Frauenbild, in dem Frau für die Familie da ist, und Mann der Ernährer und damit Vollzeit berufstätig ist.

Dass Frauen in allen Phasen des Berufslebens nach wie vor benachteiligt sind, zeigte Jutta Reiter, Geschäftsführerin der DGB-Region Dortmund-Hellweg, in ihrem Vortrag auf: Mädchen und junge Frauen wählten oft klassische weibliche Ausbildungsberufe, die Entlohnung von Auszubildenden weise schon im dritten Ausbildungsjahr Unterschiede zwischen Frauen und Männern auf; zudem würden mehr Männer nach ihrer Ausbildung in den Betrieben übernommen als Frauen. Auch bei der Studienwahl tendierten Frauen nach wie vor zu bestimmten Fächern, die nach Abschluss und Aufnahme eines entsprechenden Berufs zumeist schlechter bezahlt würden als Berufe in klassischen männlichen Studienbereichen.

Sobald sich Paare für ein Kind entschieden, treffe eine Veränderung der Beschäftigung nach der Geburt meist die Frau: Nur wenige Mütter arbeiteten wie die Väter in Vollzeit, die meisten in Teilzeit oder in einer geringfügig bezahlten Beschäftigung, ein Viertel ginge keinem Beruf nach. Im Beruf selbst sei der Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern nach wie vor bemerkbar: Zum einen tendierten Frauen vielfach dazu, ihre Arbeit geringer zu bewerten und in Gehaltsverhandlungen weniger zu fordern als ihre Kollegen, zum anderen gebe es noch immer wenig Frauen in gut bezahlten Führungspositionen. Aus Sicht der Gewerkschaften werde die jetzt im Bund beschlossene Frauenquote für Aufsichtsräte der ca. 100 größten deutschen Unternehmen als Einstieg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Führungsgremien bewertet. Es müsse sich aber noch zeigen, wie diese konkret umgesetzt würde. Vertreterinnen in Aufsichtsräten kämen derzeit zumeist von Arbeitnehmerseite. Reiter wies zudem darauf hin, dass weitere Änderungen in der Gesetzgebung – z. B. beim sogenannten ‚Ehegattensplittung‘ – notwendig seien, um Gleichberechtigung voranzubringen.

In der Diskussion mit TeilnehmerInnen aus Kommunen, Gewerkschaften, Kommunalpolitik, Verbänden sowie von Agentur für Arbeit und Bezirksregierung wurde deutlich: Frauen, Arbeitgeber, Verwaltungen und Organisationen müssen sich weiter engagieren, damit Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Beruf endlich Wirklichkeit wird. Unterstützung ist z. B. in Form von Netzwerken möglich, wie sie auch in Meschede vorhanden sind, wie Jürgen Lipke, Vorsitzender des SPD Stadtverbands, vorstellte. Konkrete Maßnahmen müssten insbesondere vor Ort und im jeweiligen Betrieb durchgesetzt werden, waren sich die TeilnehmerInnen einig.

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