EU-Parlament verschärft Schutz vor gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz
Das Europäische Parlament hat heute in Straßburg strengere Regeln zum Schutz von Beschäftigten vor krebserzeugenden und anderen gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz verabschiedet. Neue verbindliche Grenzwerte und zusätzliche Schutzmaßnahmen sollen arbeitsbedingte Erkrankungen verhindern und den Gesundheitsschutz in besonders belasteten Berufen verbessern.
Gaby Bischoff, S&D-Vizepräsidentin und sozialpolitische Sprecherin der Europa-SPD:
„Niemand sollte krank werden, weil er oder sie arbeitet. Wer täglich mit gefährlichen Stoffen arbeitet und dadurch einem erhöhten Risiko für Krebs, Lungenerkrankungen oder Schäden an Leber und Nieren ausgesetzt ist, braucht den bestmöglichen Schutz.
Mit den neuen Regeln verschärfen wir deshalb die Grenzwerte für gefährliche Stoffe und stärken die Prävention am Arbeitsplatz. Das betrifft unter anderem Beschäftigte in der Batterieproduktion, der Stahl- und Metallindustrie sowie in der Chemie- und Gummiindustrie.
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist ein Grundrecht. Deshalb haben wir in den Verhandlungen auch durchgesetzt, dass die Regeln für persönliche Schutzausrüstung wie Atemschutz präzisiert werden und Beschäftigte Anspruch auf regelmäßige Pausen in Bereichen ohne Kontaminationsrisiko haben. Auch Feuerwehrleute und Rettungskräfte werden künftig stärker berücksichtigt.
Unser Ziel bleibt: null arbeitsbedingte Todesfälle. Wirtschaftlicher und industrieller Fortschritt darf niemals auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten gehen. Genau dafür steht das europäische Sozialmodell.“
Hintergrund: Dies ist die sechste Überarbeitung der Richtlinie über Karzinogene, Mutagene und reproduktionstoxische Stoffe. Die neuen Vorschriften, die von der Europäischen Kommission im Juli 2025 vorgeschlagen wurden, führen Expositionsgrenzwerte für Kobalt und anorganische Kobaltverbindungen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und 1,4-Dioxan ein.
Das Parlament hat den Vorschlag verschärft, indem es einen Langzeitgrenzwert für die berufliche Exposition gegenüber Isopren, das in der Chemie- und Gummiindustrie verwendet wird, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Feuerwehrleute und Rettungskräfte sowie deutliche Verweise auf die Gleichstellung der Geschlechter hinzugefügt hat.